Brigitte Koch-Kersten

Wie Du gut leben kannst, auch wenn Angst, Wut und Trauer bleiben

Es gibt zwei grundlegende Antriebskräfte im Leben eines Menschen: die Liebe und die Angst.
Die Liebe ist die Kraft des Wachsens, des Sich-Entfaltens.
Die Angst hingegen ist letztlich immer die Angst vor dem Sterben.
Aus dieser Grundangst heraus entstehen häufig weitere Gefühle: Wut und Trauer.
Wut richtet sich auf das Ungerechte, Unfassbare, was uns zugemutet wurde.
Trauer richtet sich auf das, was vielleicht unwiederbringlich verloren scheint – wie die Hoffnung, wieder unbeschwert sein zu können.
Man kann sich das Ins-Leben-Kommen – sei es im Moment der Befruchtung, als Inkarnation (wenn man daran glaubt) oder bei der Geburt – als einen Zustand der Liebe vorstellen: als einen Impuls zu wachsen, sich auszudehnen, sich zu entfalten.
Viele Menschen berichten aus meiner Erfahrung von einer vorgeburtlichen Phase, in der sie so etwas wie Lebens- und Wachstumsfreude erlebt haben.
Doch schon vor der Geburt, währenddessen oder in der frühen Kindheit machen die meisten Menschen auch beängstigende Erfahrungen: nicht verstanden zu werden, nicht gesehen, abgelehnt, benutzt, missbraucht, zurückgewiesen oder sogar misshandelt zu werden.
Solche Erfahrungen sind erschütternd – oft traumatisierend.
Diese Traumatisierungen hinterlassen Spuren.
Eine häufige Folge ist eine grundlegende Lebensangst, zu der sich nicht selten Wut und Trauer über das Erlebte gesellen.
Wie aber kann man mit einer solchen Angst ein gutes Leben führen?
Ist es möglich, trotz allem glücklich zu sein?
Ja – es ist möglich.
Aus meiner Erfahrung heraus wird es jedoch kaum gelingen – und es wäre auch nicht sinnvoll –, ein völlig angstfreier Mensch zu werden.
Angst, Wut und Trauer sind wesentliche Bestandteile unserer Lebendigkeit.
Angst schützt uns, Wut gibt uns die Kraft, uns zu wehren, und Trauer hilft uns, Verluste zu verarbeiten.
Wir brauchen all diese Gefühle, um uns im Leben zu orientieren.
Problematisch wird es erst, wenn traumabedingte Gefühle uns blockieren oder bestimmen.
Was also können wir tun?
Eine typische Folge von Trauma ist der Versuch, belastenden Gefühlen auszuweichen:
Wir verdrängen die Angst, unterdrücken die Wut, betäuben die Trauer.
Das ist verständlich – doch langfristig verstärkt es das Leiden.
Hilfreicher ist es, in kleinen Schritten – so gut wir es können – den Gefühlen Raum zu geben, wenn sie sich zeigen.
Wenn wir zum Beispiel Angst zulassen, können wir genauer erkennen, wovor wir uns fürchten, und prüfen, wie real die Gefahr im Hier und Jetzt tatsächlich ist.
Oft ist sie geringer, als sie sich anfühlt.
Wenn wir den Mut aufbringen, unsere Gefühle zuzulassen und ihnen so viel Raum zu geben, wie wir tragen können, erschließt sich uns ihre Botschaft.
Diese kann uns helfen, unsere inneren und äußeren Herausforderungen besser zu bewältigen.
Jedes Mal, wenn uns das gelingt, handeln wir mutig.
Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern sich ihr zu stellen.
Gerade nach traumatischen Erfahrungen kann sich die eigene Angst selbst wie eine Bedrohung anfühlen.
Wenn wir jedoch vor ihr fliehen oder sie bekämpfen, bleibt unklar, ob tatsächlich eine äußere Gefahr besteht.
Das Erleben bleibt diffus und beunruhigend.
Der eigentliche mutige Schritt besteht darin, sich zunächst der eigenen Angst zuzuwenden – um von dort aus klarer wahrnehmen zu können, was im Außen wirklich ist.
Wenn wir diesen Weg gehen, entwickeln wir uns weiter.
Wir lernen, uns selbst besser zu verstehen, und machen die Erfahrung, dass wir heute – als Erwachsene – mit dem umgehen können, was uns einst überfordert hat.
Diese Erfahrung stärkt uns nachhaltig.
Unser Nervensystem beruhigt sich, und wir erleben uns zunehmend als wirksam in einer Welt, die uns zuvor überwältigend erschien.
Indem wir immer wieder den Mut finden, unsere Gefühle zuzulassen und uns selbst darin achtsam und liebevoll zu begegnen, eröffnen wir uns neue Handlungsspielräume.
Wir erleben, dass wir nicht länger ausgeliefert sind wie früher, sondern über Möglichkeiten verfügen, unser Leben aktiv zu gestalten.
Mit der Zeit entsteht daraus Ruhe, innere Stärke und wachsendes Selbstvertrauen.
Wir erkennen, dass wir unser Leben tragen können – und dass wir es bis hierher bereits geschafft haben.
Das ist ein gutes Gefühl.
Es nährt Selbstbewusstsein und Lebensfreude.
Das wünsche ich dir.

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Radikale Liebe gibt dem Raum, was der Entfaltung des Lebens und der Lebendigkeit dient.

Bald ist Ostern! Der Frühling ist da, die Sonne, die Wärme, das Licht – und der Regen, damit alles wachsen kann. Herrlich!
Viele können sich über das Erblühen der Natur freuen. Manche Menschen erleben gerade jetzt eine Zeit der Schwere und des Belastetseins. Der Kontrast zwischen dem Aufblühen des Lebens im Außen und dem Kummer und des eigenen Unglücklichseins wird vielleicht gerade jetzt besonders stark empfunden. 
Das Leben ist immer eine Herausforderung. Frieden, Glück, Ruhe, Freude sind im Leben nicht dauerhaft zu finden. Lasst uns die Belastungen des Lebens angehen, bewältigen, so gut es geht, aber lasst uns die Sehnsucht nach Frieden und Ruhe und Glück da suchen, wo sie zu finden sind: in unserem Innern! 
Nimm Dir jeden Tag Zeit, Dich mindestens einmal zu fragen, was Du gerade spürst und fühlst und erfährst. Lausche nach innen, was Dein Herz Dir sagen möchte. Bist Du fröhlich oder traurig oder wütend? Was haben die Ereignisse des Tages an Gefühlen in Dir hinterlassen? Wende Dich ihnen zu, interessiere Dich dafür, was das Gefühl, das da gerade ist, Dir sagen möchte. Es hat eine genaue Information für Dich darüber, wie Du Dein Leben derzeit erlebst, was es mit Dir macht und wie Du das, was da bewältigt werden will, bewältigen kannst. Wenn Du auf Dein Gefühl hörst, kennst Du den Weg, den Du gehen willst. Richte Dich danach! Das ist der Weg, der Dir im Augenblick am besten entspricht.
Wenn Du dem folgst, was Dein Gefühl sagt, dann bist Du authentisch und lebendig und hast eine große Chance, zufrieden und glücklich in Übereinstimmung mit Dir selbst zu sein. 
 
Häufig wird das Ausagieren von Gefühlen, z.B. ein Herumschreien, wenn Du wütend bist, mit dem Zulassen und Ernstnehmen des Gefühls verwechselt. Bei Wut wäre ein Ernstnehmen der Wut sich darin zu beachten, was man*frau gerade anders haben will und was man*frau tun kann, um diese Veränderung herbeizuführen. Ausagieren von Gefühlen bringt zwar eine kurzfristige Entlastung, aber macht langfristig unglücklich, weil wir die Information, die uns unser Gefühl liefert und die wir für ein authentisches Leben brauchen, nicht berücksichtigen.
Klüger ist es, das Gefühl im Inneren zuzulassen, es im Innern vollkommen geschehen zu lassen, mit allem Drum und Dran, mit den Tönen und den Bewegungsimpulsen, die dazugehören und ihm so lange Zeit zu schenken, bis es ausgefühlt ist. Dann, und schon während des Ausfühlensprozesses, können wir uns fragen, was das Gefühl uns sagen möchte, welche Information gehört werden möchte, was wir nun tun wollen. Meistens nichts. Meistens reicht es, wenn wir uns von uns selbst verstanden fühlen. Die danach kommenden Handlungsschritte ergeben sich von alleine. Das alles zuzulassen, ist wohltuend! 
Das ist der Weg zu mehr Lebendigkeit, zu Befreiung, zum Glück. Mitten im Leben sein, ohne auswandern zu müssen oder zuerst das ganze Leben verändern zu müssen. Nein, nicht nötig! Erlaube Dir zu fühlen, was Du fühlst und richte Dich nach dem, was Dein Körper, Dein Gefühl und Deine intuitive, tiefere Wahrheit Dir sagen. Das ist der Weg!

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Selbst der strengste Winter hat Angst vor dem Frühling

eigentlich sollte es Frühling sein. Frühling ist Aufbruch und das Zurückkommen der Wärme und des Lichts. Leider erleben wir viel Beunruhigendes. Kriege, verrückte Entscheidungsträger, hohe Ölpreise, schwächelnde Wirtschaft. Das belastet, macht Angst. Diese Angst verbindet sich mit Ängsten, die wir sowieso schon in uns tragen. Angst davor, Mangel und Schmerzen erleiden zu müssen, angegriffen zu

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Repeacing Übersicht

Repeacing Mit Julia Jespers und Inge Schwanke als Co Beraterin Julia ist Repeacing – Beraterin mit einer Ausbildung in Repeacing, die sie bei Brigitte absolviert hat. Preis: auf nachfrage Termin vereinbaren unter: beratung@juliajespers.de Was ist repeacing? Repeacing ist ein geführter Prozess, der einem sich Schritt für Schritt vertiefenden Konzept, das Brigitte erarbeitet hat, folgt. Eine

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Wenn wir, nachdem wir geliebt haben, derselbe sind wie zuvor, dann haben wir nicht genug geliebt.

Elif Shafak, Die vierzig Geheimnisse der Liebe, Zürich-Bern, Kein und Aber AG, 10. Aufl., 2017, S. 404/ Anmerkung d. Verf: „… derselbe“ ebenso wie „dieselbe“. dieses Zitat habe ich in dem o. g. Roman über Rumi und die vierzig Regeln der Liebe gefunden, und es hat mich innehalten lassen. Stimmt das? Verändert uns die Liebe, wenn

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ostern- Wachstum- Traumaheilung

Ich wünsche Dir frohe Ostern und eine wunderschöne Frühlingszeit!  Trotz aller Beschwernisse und Verrücktheiten dieser Welt und dieses Lebens, ist der Frühling auch dieses Jahr wieder gekommen! Das Leben drängt auf Entfaltung. Das ist wunderbar! Ich wünsche Dir, dass Du Dich inspirieren und ermutigen lässt von dieser Kraft, Entschlossenheit und Schönheit! Mein Ostergeschenk an Dich

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Traumaheilung: Ein Weg zu spirituellen Erfahrungen

Traumatische Erfahrungen, die durch Schocktraumata entstehen (einmalige, unbewältigbare Ereignisse wie z. B. Unfälle), aber auch Entwicklungstraumata (Traumatisierungen in der Kindheit), haben gravierende Auswirkungen auf unser Leben. Sie behindern uns darin, uns in unserer ursprünglichen Stärke, Schönheit und Liebe zu entfalten. Sie führen zu Verstrickungen, zu Reinszenierungen von Leid, zu überbordenden Widerständen und machen uns das Leben

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Wachsen in Selbstliebe mit den 4 Stufen der Selbstbejahung

Kennst Du „Die 4 Stufen der Selbstbejahung“? Mit ihnen wirst Du angeleitet, Dich Dir zuzuwenden und Dich schrittweise, immer tiefer gehend zu beachten. Es ist eine Übung, in der Du wahrnehmen kannst, was Du gerade spürst, fühlst und erfährst, um dann, wenn Du Dir dessen bewusst bist, liebevoll auf Dich zu schauen. Das klingt unspektakulär,

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