Über mich

Brigitte Koch-Kersten

persönliches

Ich wurde 1962 geboren.

Ich wuchs in einem Elternhaus auf, in dem die Ereignisse zweier Weltkriege noch wirkten.

Gefühle durften nicht gefühlt werden. Meine Eltern stürzten sich in den Wiederaufbau ihres Lebens und steckten ihre Hoffnungen in die Teilhabe am Wirtschaftswunder. In diesem Klima, in dem Gefühle als Gefahr erlebt und verdrängt wurden, fanden die Erziehungsvorstellungen der damaligen Erfolgsautorin und Ärztin Johanna Haarer* großen Zuspruch. J. Haarer prägte mit ihren nationalsozialistischen Überzeugungen seit 1939 bis in die 60er Jahre, leider vereinzelt sogar bis heute, die Vorstellung, Kinder müssten von Anfang an erzogen werden, damit sie lernten, sich unterzuordnen. Auf die natürlichen Impulse der Mütter, ihre Kinder versorgen zu wollen, wenn sie schrien, dürfe man nicht eingehen – und dergleichen Furchtbarkeiten mehr.

Von dieser Prägung ausgehend suchte ich von Anfang an einen Ausweg aus angsteinflößender Lieblosigkeit. Als Kind rettete ich mich in dissoziierte Zustände und habe so viel wie möglich Zeit in Wald und Feld, mit Tieren und anderen Kindern verbracht. Dann fand ich Bücher, in denen ich erste Anregungen gefunden habe, wie ein Ausweg aus dem Leid für alle Beteiligten gehen könnte. Das erste mich beeindruckende Buch war „Heidi“ von Johanna Spyri, in dem es dem kleinen Mädchen Heidi gelingt, mit seiner natürlichen Menschenliebe das Herz des abweisenden, unfreundlichen Großvaters zu gewinnen. Diese Geschichte sollte für meine Suche bedeutsam bleiben. Schon als Kind war mir klar, dass Traumaheilung etwas mit (Selbst-)Liebe zu tun haben müsse. Von dem Unterschied zwischen Liebesillusionen und realer, der Wahrheit dienenden Liebe, hatte ich allerdings noch keine Ahnung. Es brauchte ein ganzes Leben voller Ent-Täuschungen und anderer Korrekturen, um zu verstehen, dass Traumaheilung vor allem ein Wachsen in Selbstliebe ist. Wie durch Selbstbejahung der Weg aus dem Trauma gelingen kann, erschloss sich mir im Laufe von nunmehr fast sechs Jahrzehnten.

 (*Quelle: Haarer, Johanna (1939): Die deutsche Mutter und ihr erstes Kind. J. F. Lehmanns Verlag München / Berlin)

In den vergangenen 30 Jahren meiner beruflichen Erfahrungen

suchte ich nach der inneren Logik traumatischen Erlebens und den Möglichkeiten der Heilung.

Mein beruflicher Werdegang In kürze:

  • Ich habe Sozialarbeit studiert und 7 Jahre als Sozialarbeiterin gearbeitet,
  • habe eine fünfjährige Ausbildung in Personzentrierter Psychotherapie abgeschlossen und anschließend eine fünf Jahre dauernde Ausbildung zur Ausbilderin für Personzentrierte Beratung, Traumatherapie und Supervision.
  • Ich arbeite in diesen Bereichen seit über 30 Jahren und
  • seit mehr als 20 Jahren als Ausbilderin.

meine BEruflichen ERfahrungen

1982 bis 1986 studierte ich Diplom-Sozialarbeit. Danach arbeitete ich fünf Jahre als Diplom-Sozialarbeiterin in einem autonomen Frauenhaus und knapp zwei Jahre bei pro familia. In dieser Zeit begann ich an verschiedenen berufsbegleitenden Weiterbildungen teilzunehmen, um meine Kompetenzen zu erweitern (siehe unten).

1991 machte ich mich selbstständig als Personzentrierte Psychologische Beraterin und Supervisorin. Ich bot Einzelberatungen, Gruppenarbeit, Fortbildungen und Coaching für Führungskräfte an. Mein Schwerpunktthema war das Konzept des „Wertschätzenden Grenzensetzens“. Dieses Angebot richtete ich sowohl an Eltern und pädagogisch Tätige als auch an Führungskräfte; Letzteres in Verbindung mit dem „Konzept der personzentriert-wertschätzenden Führungskompetenz“.

Seit 1997 arbeite ich als Ausbilderin für Personzentrierte Traumatherapie, psychologische Beratung, Supervision (2-jährige Grundausbildung, 3-5 jährige Zusatzausbildungen) und Repeacing®. Seit 1998 führe ich ein eigenes Ausbildungsinstitut, seit 2002 firmiert es unter dem Namen GAP-Institut Kassel.

Seit ich 2005 die Erlaubnis zur Heilbehandlung durch meine Weiterbildung zur Heilpraktikerin, eingeschränkt auf Psychotherapie, erhielt, biete ich Traumatherapie für Erwachsene an.

Meine Weiterbildungen

ab 1988: fünf Jahre Ausbildung in Personzentrierter Psychotherapie und Supervision, GWG* und GfKT**

ab 1993: fünf Jahre Weiterbildung zur Ausbilderin für Personzentrierte (Klientenzentrierte) Beratung und Supervision, GfKT.

Man muss viel gelernt haben, um über das, was man nicht weiß, fragen zu können.

Jean Jaques Rousseau

  

Forschung, Kooperationen und inhaltliche Einflüsse

2002 wurde die Gesellschaft für angewandte Psychologie, GAP, gegründet, deren Mitglied ich seitdem bin. Die GAP ist ein Arbeitskreis von SozialpädagogenInnen und PsychologenInnen, die im Ausbildungsinstitut des Dipl.-Psychologen Jürg Hartmann seit den achtziger Jahren in Personzentrierter Psychotherapie ausgebildet worden waren.

Unser Anliegen in dem Arbeitskreis GAP war es, den Personzentrierten Ansatz um die Psychotraumatologie zu erweitern. Aus dieser Forschungsarbeit ist die Psychologie der Selbstbejahung entstanden. Die zentrale These der Psychologie der Selbstbejahung ist, dass der Kern einer traumatischen Erfahrung eine existenziell bedrohliche Verneinung der Person ist. Traumaheilung ist demnach die Umwandlung von Selbstverneinung in Selbstbejahung.

Nach der Personzentrierung ist die Psychologie der Selbstbejahung eine der zentralen Grundlagen meines Konzepts Personzentrierter Traumatherapie.

seinserfahrungen

Einen weiteren Einfluss auf meine therapeutische Arbeit und Konzeptentwicklung hat die Arbeit von Christian Meyer, Diplom-Psychologe aus Berlin, der als Therapeut und spiritueller Lehrer arbeitet. Ich lernte seine Arbeit 2009 kennen und habe in ihr eine Möglichkeit gefunden, das bisher entwickelte Konzept zur Traumaheilung um eine grundsätzliche Erfahrungsebene zu vertiefen: die Seinserfahrungen. Durch das Zulassen aller Gefühle und das Loslassen aller mentalen Konzepte, kann ein radikaler Bewusstseinssprung geschehen, der als das „Aufwachen“ oder, wie gesagt, als „Seinserfahrung“ bezeichnet wird. In Seinserfahrungen erfahren wir, wer wir wirklich sind, jenseits unserer Konzepte, die wir von uns haben, und mit denen wir glauben, unser Existenzrecht absichern zu müssen.

Schon bei Carl Rogers, dem Begründer der Personzentrierung, dem ich erstmals in meinen Ausbildungen Ende der achtziger Jahre begegnete, fand ich diese Suche nach dem, was wir Menschen in unserem Kern sind. Mit seinem humanistischen Menschenbild ging Carl Rogers davon aus, dass Menschen von Natur aus gut und konstruktiv sind, wenn sie günstige Bedingungen für ihre Entwicklung und Entfaltung vorfinden. Er erforschte, welche Bedingungen gegeben sein müssen, damit Menschen sich entwickeln können. Und er erkannte, dass Menschen ein Drang innewohnt, sich zu dem zu entfalten, was sie von ihrerer Natur her sind. Diesen Drang nannte er Aktualisierungstendenz.

Carl Rogers

Meine wichtigste Entdeckung

Im Laufe meiner eigenen Erfahrungen und der Erfahrungen mit den KlientenInnen, mit denen ich arbeitete, entdeckte ich, dass der Wesenskern des Menschen, selbst bei schmerzhaftesten, traumatischen Erfahrungen, immer unbeschädigt geblieben ist! In ihrem ursprünglichen, natürlichen Sein haben Menschen sich mit ihrer Abwehr und ihren Widerständen so weit in Sicherheit gebracht und in ihr Innerstes zurückgezogen, dass sie die Liebe und Lebendigkeit, die sie im Innersten sind, retten konnten. Das Wiederwahrnehmenkönnen der eigenen ursprünglichen Lebendigkeit schafft eine grundsätzlich neue Ausgangssituation für die therapeutische Aufarbeitung traumabedingter, bedrohlicher Zustände. Mit dieser Erfahrung, im Wesenskern unbeschädigt zu sein, entsteht auf neue Weise Lebensfreude, Lebenslust und Selbstliebe.

Das Fühlen aller Gefühle und das Sichbefreien von einengenden Überlebensmustern, bringt, notwendigerweise, Ängste und damit Abwehr und Widerstände hervor. Das Bejahen der Abwehr und der Widerstände, d.h. das Nutzen des heilsamen Potenzials, das sich in ihnen verbirgt, ist ein wesentlicher Aspekt der Traumaheilung. Abwehr und Widerstände sind nicht etwa störende Phänomene, wie dies m.E. oft in psychotherapeutischen Kontexten missverstanden wird, sondern sind eine Quelle großer Kraft, die das eigene Überleben zu sichern vermocht hat. Darüber hinaus sind sie ein Schlüssel zu der Entdeckung der in Sicherheit gebrachten Lebendigkeit.

DAs Bejahen der Abwehr und der Widerstände

Mein Buch

Meine nunmehr dreißigjährige Erfahrung in psychologischer Beratung und knapp zwanzigjährige Erfahrung als Heilpraktikerin für Psychotherapie, spezifisch im Bereich Traumatherapie, sowie meine Erfahrung in den Weiterbildungs- und Fortbildungsseminaren, haben ein traumatherapeutisches Konzept entstehen lassen, dessen Wirksamkeit mich immer wieder zutiefst berührt und freut. Ich stelle es in meinem Buch „Personzentrierte Traumatherapie – Heilung durch Selbstbejahung“, das im September 2020 erscheinen wird, ausführlich dar.

Vorträge, Seminare und Medien seit 1991:

Zusätzlich zu meiner Tätigkeit als Heilpraktikerin für Psychotherapie und Ausbilderin für psychologische Beratung und Supervision biete ich regelmäßig Vorträge und Seminare zu den folgenden Themen an:

  • Traumatherapie
    • Seminar: Die Kunst sich selbst zu bejahen – Wie es geht, Ja zu sich selbst zu sagen
    • Seminar: Traumaheilung und das Bejahen der Widerstände
    • Seminar: Heilung für das innere Kind
  • Partnerschaft:
    • Warum es so schön wäre, wenn der oder die andere anders wäre und warum das überhaupt nicht helfen würde – Glücklichsein trotz Kollusion 
      (als CD oder als Download im Webshop)
  • Angeleitete Bewusstheitsübungen:
    • Zeit für Bewusstheit I
    • Zeit für Bewusstheit II
      (als CD oder als Download im Webshop)
  • Wertschätzende Kommunikation für Führungskräfte und Teams
    • Führungskompetenz / Mitarbeiterführung / Teamaufbau und -pflege / Kooperation statt Konkurrenz
  • Pädagogik:
    • Die Entwicklungspyramide – Förderung einer gesunden kindlichen Entwicklung
    • Das Konzept des wertschätzenden Grenzensetzens
    • Pubertät: Halt geben und gehen lassen
      (als CD oder als Download im Webshop)

Unterstützung

Seit diesem Jahr unterstützt mich meine Tochter Maike Kersten darin, meine Angebote in den sozialen Medien bekannt zu machen. Sie ist verantwortlich für die Erstellung von Bild – und Videomaterial und deren Bearbeitung und betreut den Youtube-Kanal, Facebook und Instagram. Ich schätze ihren Ideenreichtum, ihre Kreativität, ihre Zuverlässigkeit, ihren Fleiß und ihren frischen Mut, sich auch an neue Projekte heranzuwagen. Sie unterstützt mich auf ihre fröhliche, bejahende Art in kompetenter Weise.

Aus ihren eigenen Erfahrungen mit Selbstentwicklungsprozessen, mit Seinserfahrungen und durch ihr großes Interesse an meiner Arbeit, hat sich Maike bereits viel theoretisches und praktisches Wissen über Heilungsprozesse bei seelischen, auch traumatischen, Verletzungen angeeignet. In der Begleitung anderer Menschen durch deren Leidensgefühle hindurch gelingt es ihr, in bejahender Weise die Selbstbejahung ihrer GesprächspartenrInnen zu fördern.

Maike widmet sich auf ihrem eigenen Youtube-Kanal spannenden Themen wie z.B. „True Happiness“, „Nature Healing“ oder „True Soul-resting (wahre Seelenruhe)“: maike-kersten-youtube

Maike Kersten
Maike Kersten

1 Gesellschaft für wissenschaftliche Gesprächspsychotherapie, GWG, www.gwg-ev.org
2 Gesellschaft für Klientenzentrierung und Traumapsychologie, GfKT, www.gfkt-ev.net

Was wir Selbstverwirklichung nennen, ist nicht das Erlangen von etwas Neuem oder das Erreichen eines fernen Ziels, es heißt einfach, das zu sein, was man ist und schon immer war.

Ramana Maharshi

Herzlichen Dank an alle, die mir ihr Vertrauen entgegenbringen und mir damit ermöglichen, zu lernen und immer weiter in Selbstliebe zu wachsen!

Brigitte Koch-Kersten

Brigitte Koch-Kersten

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Ich weiß, wenn ich stabil … und statisch wäre, würde ich im Tod leben. Deshalb akzeptiere ich die Verwirrung, die Unsicherheit, die Angst und die emotionalen Höhen und Tiefen, denn das ist der Preis, den ich für ein flüssiges, verblüffendes und aufregendes Leben zu zahlen bereit bin.

Carl Rogers